Weiterführung der Baulinie: Harmonisch soll sich der Neubau in die Architektur einfügen, welche die Fakultät für Chemie (rechter Bildrand) bereits vorgibt.
GÖTTINGEN. Der geplante Neubau des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) im Bereich des Nordcampus der Universität Göttingen nimmt Gestalt an. Ein Preisgericht hat einen Beitrag des ausgeschriebenen Architekturwettbewerbs zum Sieger gekürt: Die Aachener Carpus + Partner AG hat die neunköpfige Jury mit ihrem Entwurf überzeugt.
Der Entwurf sieht einen zweigeschossigen Sockelbau vor, der in erster Linie wissenschaftliche und technische Infrastruktur beherbergt, zu denen neben Werkstätten Laboren und Reinräumen auch eine neun Meter hohe Ballonhalle gehört. Ein dreigeschossiger Bürokomplex mit Glasfassade ist auf der Wetseite auf den Sockelbau aufgesetzt - auf der Südseite ragt er außerdem über ihn hinaus und soll so den Eindruck des Schwebens erwecken.
„Die Urheber des Siegerentwurfs haben genau verstanden, was unser Institut braucht – sowohl in Bezug auf die komplexen technischen Anforderungen, als auch in Bezug auf die Arbeitsatmosphäre“, erklärt Prof. Dr. Sami Solanki, Geschäftsführender Direktor des MPS, die Entscheidung des Preisgerichts. Zudem sei entscheidend gewesen, dass sich der Neubau nharmonisch in die bereits auf dem benachbarten Nordcampus der Universität Göttingen vorhandene Architektur einfüge. Die Jury setzte sich aus Thomas Dienberg, Stadtbaurat der Stadt Göttingen sowie international renommierten Architekten wie etwa Prof. Dr.-Ing. Jürgen Adam aus München, Prof. Klaus Kada aus Graz und Hansjochen Schwieger aus Göttingen zusammen. Auch angesehene Persönlichkeiten aus dem Bereich der Wissenschaft wie etwa der Göttinger Universitätspräsident Prof. Dr. Kurt von Figura und Prof. Dr. Gerhard Schwehm von der europäischen Weltraumagentur ESA gehörten ihr an.
Im April 2014 soll das MPS am neuen Standorten den Betrieb aufnehmen (GöWD berichtete). Geplant ist für den das Gebäude, dessen Bau im September 2011 beginnen soll, ein Investitionsvolumen von 50 Millionen Euro. Grundstücke und Gebäude am jetzigen Standort in Katlenburg-Lindau sollen 2015 frei werden, nach geeigneten Käufern suchen MPS und Max-Planck-Gesellschaft bereits.