Plasmatechnologie in Anwendung bringen: Prof. Dr. Günter Breuer (Fraunhofer IST) und Prof. Dr. Wolfgang Viöl (v.l.)
GÖTTINGEN. Insbesondere kleinere und mittlere Betriebe ohne eigene Forschungsabteilung könnten davon profitieren, dass der Wissenschaftsstandort Göttingen künftig kein weißer Fleck mehr auf der Landkarte der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. sein wird. Diese Erwartung hat jetzt die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Johanna Wanka (CDU), anlässlich der Einrichtung Fraunhofer-Plasma-Anwendungszentrums an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Göttingen formuliert. Nach der etwa fünf Jahre dauernden Aufbauphase soll das „PAZ“ mit 15 bis 20 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,5 bis 2 Millionen Euro erwirtschaften. Geleitet wird das neue Zentrum durch Prof. Dr. Wolfgang Viöl, zugleich Vizepräsident der HAWK und Vorsitzender des Measurement Valley e.V..
„Das geplante Anwendungszentrum hat sich zur Aufgabe gemacht, das Innovationspotenzial der kommerziellen Plasmatechik aufzudecken beziehungsweise zu erweitern, um die Plasmatechnologien nutzbringend in neuen Feldern etablieren zu können“, beschreibt Viöl das Ziel. Geforscht werden soll vor allem in den Bereichen Energie, Oberflächenreinigung und Wundheilung. Anwendungsorientierte Plasmatechnologie könne etwa die Effizienz und Qualität von Akkus für die Elektromobilität erhöhen, die reinigende oder sterilisierende Wirkung von Kosmetik oder in Reinigungsverfahren verbessern oder die Wunddesinfektion und die Beschleunigung der Wundheilung erreichen. Die Vielseitigkeit technisch erzeugbarer Plasmen erlaubt zudem die Realiserung einfach bedienbarer Handgeräte für den alltäglichen Gebrauch. Die Plasmaforschung wird an der HAWK bereits seit mehr als zehn Jahren betrieben. Insbesondere im Bereich der Modifikation von Holz und Saatgut mit Atmosphärendruckplasmen nehme Viöl nach HAWK-Angaben „derzeit die weltweit führende Rolle“ ein. Zusammen mit der Spitzenforschung auf den Gebieten der Plasmamedizin und der Laser-Plasma-Hybridtechnologie sei damit eine gute Grundlage vorhanden, „kommerziell einsetzbare und innovative Produkte zur Verbesserung der Lebensund Gesundheitssituation“ zu ermöglichen.
Angegliedert ist das Göttinger Plasma-Anwendungszentrum an das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik (IST) in Braunschweig, mitdem Viöl bereits eine langjährige Kooperation pflegt. Insgesamt unterhält die Fraunhofer-Gesellschaft, eigenen Angaben nach die größte Organisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa, mehr als 80 Forschungseinrichtungen mit mehr als 18.000 Mitarbeitern. Das jährliche Forschungsvolumen beträgt derzeit 1,66 Milliarden Euro, gefördert aus Mitteln des Bundes, der Länder und der Wirtschaft.
Durch die zweite Verordnung zur Änderung steuerlicher Verordnungen sind die Regeln für die Nachweise zur Umsatzsteuerbefreiung bei Ausfuhren und innergemeinschaftlichen Lieferungen neu gefasst worden. Die Reform wurde für notwendig erachtet, da […] »