Die KWS Saat AG steht trotz Diskussionen zu Forschung und Züchtung in der grünen Gentechnik in Deutschland.
EINBECK. Nach der Ankündigung der BASF SE, ihre Aktivitäten im Bereich der Pflanzenbiotechnologie auf die Hauptmärkte in Nord- und Südamerika zu konzentrieren und den Geschäftsbereich der BASF Plant Science von Deutschland in die USA zu verlegen, ist die Diskussion um die „Grüne Gentechnik“ in Deutschland erneut aufgeflammt. Die Einbecker KWS Saat AG mahnt in diesem Zusammenhang eine differenziertere Betrachtung an. Pflanzenzüchtung und -forschung fänden bei KWS weiterhin in Deutschland statt. „Die Produkte der global ausgerichteten Forschung in der Grünen Gentechnik werden allerdings nur in den Märkten zum Einsatz kommen, in denen auch eine entsprechende Nachfrage besteht“, teilt Dr. Henning von der Ohe, Leiter Unternehmensentwicklung und -kommunikation, mit. Die Produktentwicklung folge den Anforderungen der Landwirte in aller Welt. Ihr Ziel sei, gute Qualitäten mit hohen Erträgen bei Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlingen zu erzielen und zugleich die Wünsche der Verbraucher nach gesunder Ernährung zu fairen Preisen zu erfüllen.
Züchtung und Forschung, die bei KWS Hand in Hand unter einem Dach arbeiteten, benutzen hierfür unterschiedliche Methoden wie Kreuzung und Auslese, Hybridzüchtung, Zellbiologie, DNA-Marker, Doppelhaploid-Technologie, Genomforschung sowie auch die Grüne Gentechnik. In weiten Teilen außerhalb Europas nutzen Landwirte gentechnisch veränderte Sorten mittlerweile auf über 150 Millionen Hektar als Standardprodukte. „Sie unterscheiden nicht, mit welchen Methoden Pflanzen gezüchtet worden sind, sondern bewerten deren Eigenschaften“, so von der Ohe. Die zentrale Forschung und Züchtung einschließlich biotechnologischer Verfahren finden am Hauptsitz der KWS in Einbeck und in einem weltweiten Forschungsnetz statt. Anwendungsnahe Versuche mit gentechnisch veränderten Sorten würden zunehmend in den Regionen durchgeführt, in denen die Produkte auch nachgefragt und eingesetzt werden.