10 Jahre Stud.IP: Marco Bohnsack entwickelt mit data-quest individuelle Lösungen des Lern- und Projektmanagement-Systems
GÖTTINGEN. Zum achten Mal findet zurzeit die Stud.IP-Tagung in Göttingen, seit sechs Jahren im Rahmen der Source-Talk-Tage, statt. Auf der Konferenz stellt die data-quest GmbH dieses Jahr zusammen mit dem Stud.IP e.V. die neuste Version des Open-Source-Lernmanagementsystems Stud.IP vor. Die Göttinger Firma bietet seit zehn Jahren Support und maßgeschneiderte Entwicklung rund um das e-Learning- und Projektmanagement-Tool an.
Der Einsatzbereich der Open-Source-Software reicht mittlerweile weit über den Hochschulcampus hinaus: Auch Unternehmen nutzen das Potenzial von Stud.IP. „Viele Firmen wollten besonders in der Krise in die Weiterbildung investieren. Wir haben eine enorme Nachfrage vor allem von Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern“, sagt Marco Bohnsack, Geschäftsführer von data-quest. Die Fahrzeug-Werke LUEG AG aus Bochum ist zum Beispiel seit einem Jahr Kunde. „Wir brauchten eine Software, um unsere Mitarbeiter an verschiedenen Standorten zu schulen“, erklärt Michael Weiten, IT-Beauftragter des Fahrzeughändlers. Die Entscheidung fiel auf Stud.IP und data-quest, nachdem vorher auch kostenpflichtige Alternativen geprüft wurden. "Die große Open-Source Community zusammen mit data-quest als Support-Dienstleister sind gute Argumente für Stud.IP", so Weiten.
Ursprünge in Göttingen
Stud.IP wird inzwischen von 400.000 Benutzern an jeder dritten deutschen Universität als Lern- und Projektmanagementplattform eingesetzt. Vor zehn Jahren ist die Software aus einer studentischen Initiative heraus in Göttingen entstanden. „Wir brauchen eine Lernplattform“, habe man sich damals gesagt, so Bohnsack. „Unheimlich kreative Leute haben aus Eigeninitiative ganze Nächte durch geschrieben und programmiert.“ Dann habe es lange gedauert, bis sich das Tool durchgesetzt habe. "Zuerst waren viele Interessenten skeptisch, weil sie mit Open-Source nichts anfangen konnten."
Erst als data-quest anfing, Dienstleistungen rund um die Software anzubieten, begann auch der Erfolg. Das IT-Unternehmen ist aus der Gruppe der ursprünglichen Stud.IP-Entwickler heraus entstanden. Die Firma übernimmt beispielsweise den kompletten Support und entwickelt individuelle und maßgeschneiderte Lösungen für Universitäten, Fachhochschulen, aber auch für Firmen. „Wir haben mit Stud.IP unsere Nische gefunden und wollen diese Nische mit einem geschärften Profil auch in Zukunft besetzt halten“, so Bohnsack. Das besondere sei die Mischung aus Verwaltungs- und e-Learnig-Tool. Die meisten Konkurrenzprodukte könnten nicht beides leisten.
Die jetzt präsentierte Version Stud.IP 2 sei sehr viel einfacher und intuitiver zu bedienen, berichtet Bohnsack. Unter anderem habe man an Barrierefreiheit gedacht. Die Zukunft von Stud.IP läge unter anderem bei der Einbettung neuer Entwicklungen wie zum Beispiel Videokonferenztools. Vor allem Fachhochschulen seien eine Interessante Zielgruppe die in Zukunft noch weiter erschlossen werden soll.
Source Talk Tage: Chance für Unternehmen
Den geeigneten Rahmen für die Stud.IP-Tagung bieten die Göttinger Source Talk Tage, die in diesem Jahr zum sechsten Mal stattfinden. Bei der Technologiekonferenz sollen vor allem regionale Unternehmen mit Studierende aus ganz Deutschland zusammen treffen. Damit sollen sie eine preiswerte Möglichkeit erhalten, ihr Know-how in wichtigen Zukunftstechnologien aufzufrischen. Durch die regionale Ausrichtung fallen nur geringe Fahrtkosten an, die Teilnahmegebühren sind moderat, so Veranstalter Stefan Koospal. Über interessante Projektdarstellungen im Bereich Java, Webtechnologien und Open Source Software könnten sich Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber darstellen sowie den Kontakt zu interessierten und fähigen Studierenden als potenzielle Mitarbeiter aufnehmen.
Veranstalter der Source Talk Tage sind die Georg-August-Universität Göttingen mit der Stabsstelle Beteiligungsmanagment, Technologietransfer und Metropolregion, Java User Group e.V, Sun User Group e.V., Stud. IP e.V., MatheTransfer Göttingen und Technologietransfer Göttingen. Unterstützt werden die Source Talk Tage außerdem durch die Firmen Atlassian, Crossgate, data-quest - The Open Source Company, Google, Sun Microsystems und T-Systems sowie das Netzwerk MobilitätsTalk Südniedersachsen.